Tanzmaus

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THEO STEINER

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03. NEWS


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Alles Design?

Unsere Lebenswelt wird als Wissensgesellschaft beschrieben, denn Wissenschaft und Technik haben einen prägenden Einfluss auf alle unsere Lebens- und Handlungsbereiche. Dabei ist die Wissenschaft jedoch bei weitem nicht die einzige treibende Kraft. Der Ausdruck Wissensgesellschaft impliziert die unleugbare Tendenz hin zur immateriellen Produktion und blendet damit allerdings die Tatsache aus, dass massenhaft Konsumgüter und Produkte der visuellen Kommunikation publiziert werden. In den westlichen Industrienationen sind wir flächendeckend mit einer durch und durch gestalteten Umwelt konfrontiert. Und in diesem Sinne wäre es eigentlich angemessen von einer Designgesellschaft zu sprechen.

Von hier aus ergibt sich die Aufgabe zu erkunden, wie Design etwas zur Gestaltung der Welt beiträgt, zu ihrer Veränderung. Insofern lohnt sich der direkte Vergleich mit dem zweifellos einflußreichen Feld der Wissenschaft. In ihrem Forschungsprozess folgt die Naturwissenschaft nach wie vor dem alten Sparsamkeitsprinzip, dass ohne Notwendigkeit keine weiteren Dinge (Entitäten) angenommen werden sollen: Entia non sunt multiplicanda sine necessitate. Ockhams Rasiermesser heißt diese Regel, benannt nach jenem mittelalterlichen Philosophen, der als erster Askese bei den zusätzlichen Annahmen geübt hat. Im Design gab es eine Zeit, als solche asketischen Forderungen oberstes Prinzip waren. Dieses Prinzip, das selten ganz konsequent berücksichtigt wurde, besitzt nach wie vor große Strahlkraft.

Blickt man sich allerdings heutzutage um, so finden sich ungeachtet dessen auf Anhieb eine Menge von Dingen, denen man entgegenrufen möchte Less is more – weniger von euch wäre ein Mehr an Lebensqualität für uns. Eines wäre deshalb von dem Rasiermesserprinzip der Wissenschaft jedenfalls zu lernen: beim Entfernen von Dingen sollten wir uns, ebenso wie beim Hinzufügen, stets die Frage nach der Notwendigkeit stellen und auch beantworten.